7.Dezember 2015
 
 

Jugend-WM-Fazit: Klein setzt Akzente / China holt alle Titel
06.12.2015 - Bericht des DTTB.– Drei Viertelfinal-Teilnahmen, eine davon glänzend herausgespielt im Einzel durch Dennis Klein als Highlight sowie ein sechster Platz für das Jungen-Team und Rang sieben für die Mädchen lauten die besten deutschen Ergebnisse dieser Jugend-Weltmeisterschaften. Fazit von Sportdirektor Richard Prause: "Für uns war es eine ordentliche JWM. Mit einigen ganz guten Ergebnissen, aber auch mit ein paar Hausaufgaben, die wir mit auf den Weg bekommen haben." Der Final-Sonntag war mit Ausnahme des Mädchen-Doppels eine rein chinesische Angelegenheit in La Roche-sur-Yon. Mit Wang Manyu konnte erstmals eine Spielerin ihren Einzel-Titel verteidigen.
Bundestrainerin Weber: "Solide Leistung mit Luft nach oben"
Bei den Mädchen stand die Tür zum Achtelfinale zwei Spielerinnen am Samstag weit offen. Die Erfahrung sammelnde Luisa Säger, 16, duellierte sich mit der an Position fünf um 33 Setzungsplätze höher eingestuften Thailänderin Tamolwan Khetkhuan sechs Sätze lang auf Augenhöhe, bevor ihr trotz guter Chancen zu Satzgewinnen in den Durchgängen fünf und sechs der Einzug unter die Top 16 diesmal noch verwehrt blieb. Die andere, die erfahrene Yuan Wan, 18, unterlag der Russin Maria Taylakova mit 6:11 im entscheidenden siebten Satz. Hier trennten die auf 19 und 16 gelisteten Konkurrentinnen in der Setzung nur drei Plätze, allerdings auch hier zugunsten der Osteuropäerin.
Im Match der Offenburger Zweitligaspielerin Säger sah die erfahrene Trainerin eine Begegnung, die bis zum Schluss vollkommen offen war: "Luisa hat gut gespielt, auch heute: Leider konnte sie in den Sätzen fünf und sechs aber ihre 3:0-Führungen nicht zum Vorteil nutzen. Aber es war ein Match, bei dem sie von Anfang bis Ende eine 50:50-Chance hatte."
Ihr WM-Fazit für den Mädchen-Bereich fasst Dana Weber so zusammen: "Im Einzel haben wir drei Spielerinnen ins Hauptfeld gebracht. Im Team sind wir als dritter Nachrücker ins Turnier gekommen, wurden an acht gesetzt und sind Siebter geworden. Allerdings kommt eine Chance auf eine Medaille, wie wir sie uns erarbeitet haben, wohl so schnell nicht wieder. Alles in allem würde ich sagen: eine ordentliche Leistung, allerdings auch mit Luft nach oben."


Luisa Säger übertrifft Erwartungen bei ihren ersten Weltmeisterschaften
Nach 10 anstrengenden Tagen ist Luisa Säger mit der deutschen Tischtennis Nationalmannschaft wieder glücklich und sehr zufrieden von den Jugendweltmeisterschaften in Vendee ( Frankreich ) zurückgekehrt.
Bei ihrer ersten Teilnahme an so einem Großereignis erfüllte die 16 jährige beim TTC 46 Weinheim groß gewordene Luisa Säger die Erwartungen mehr als deutlich.

Es wurde in vier Kategorien gespielt. Mannschaft, Einzel, Doppel und Mixed standen auf dem Programm.
Im Mannschaftswettbewerb wurde zuerst in Gruppen gespielt. Mit Südkorea und Brasilien standen zwei sehr starke Teams der Deutschen Mannschaft gegenüber. Nach dem 3:1 Auftaktsieg der Asiatinnen gegen Brasilien kam es im Spiel der Deutschen gegen Brasilien schon zum vorentscheidenden Match um das Weiterkommen in die Hauptrunde.
Mit Yuan Wan, Luisa Säger und Caroline Hajok stellte Bundestrainerin Weber ihre nominell stärksten Akteurinnen auf. Brasilien hatte mit der in der Weltrangliste an Nummer 6 stehenden Takahasi eine überragende Spitzenspielerin aufgeboten.

Gleich im ersten Spiel musste Luisa Säger gegen diese an die Platte. 2130 Weltranglistenpunkte gegen Luisas 1691 Punkte deuteten eigentlich auf eine klare Angelegenheit für die Brasilianerin.
Mit einer knappen 9:11 Niederlage im ersten Satz begann dann die WM für das junge deutsche Talent. Danach aber eine klasse aufspielende Luisa, die ihrer südamerikanischen Kontrahentin danach mit knallharten Vorhand und Rückhandbällen den Zahn zog und mit 3:1 das Spiel gewann.
Das gab dem Team das nötige Selbstvertrauen um das Match mit 3:0 zu gewinnen.

Die abschließende 1:3 Niederlage gegen Korea war damit bedeutungslos. Deutschland stand im Viertelfinale gegen die USA.

Mit drei Spielerinnen chinesischer Wurzeln hatte die USA auf dem Papier einen leichten Vorteil. 2:2 stand es als Luisa Säger gegen Crystal Wang zum entscheidenden Spiel um den Einzug in das Halbfinale und einer damit verbundenen Bronzemedaille spielen musste.
Nach verschlafenem 1.Satz drehte Luisa mächtig auf und spielte aggressives Tischtennis. Damit gewann sie mit 11:8 und 11:7 die nächsten beiden Sätze. Zum Gewinn einer Bronzemedaille fehlte nur noch ein Satzgewinn. Vor fast 1000 Zuschauern wurde Luisa aber leider immer passiver und nervöser und verlor dadurch auch die Spielkontrolle.
Mit 2:3 Sätzen verlor sie das Spiel, und die deutsche Mannschaft kämpfte sich zum Schluss noch auf einen beachtlichen 7.Abschlussplatz. Luisa schlug dabei im Spiel gegen Russland mit Taylakova und Kolish wiederum zwei Spielerinnen, die vor ihr gesetzt waren.

Im Einzelwettbewerb hatte Luisa in der Vorrunde eine Vierergruppe. Sie gewann alle 3 Spiele sehr deutlich, mit 4:0 gegen die Australierin Goodsell , mit wiederum 4:0 gegen die Slowakin Pavcnik und zum Schluss mit 4:1 gegen die Kanadierin Xu.
Damit war das Ziel der Bundestrainerin erfüllt, dass Luisa die Hauptrunde erreichen sollte. Luisa Säger stand unter den besten 64 Spielerinnen der Welt und das in ihrem ersten Mädchenjahr U 18.

Mit der Rumänin Clapa bekam es die für Offenburg in der 2.Bundesliga spielende Weinheimerin mit einer ein Jahr älteren und auch in der Weltrangliste vor ihr stehenden Spielerin zu tun.
Es entwickelte sich ein wahrer Tischtenniskrimi. Clapa gewann Satz 1 , Luisa zog mit tollen Angriffsbällen nach, und das ging bis zum 3:3 Satzausgleich so weiter. Der7.Satz musste entscheiden.
9:9 Ausgleich und Luisa hatte Aufschlag. Zwei raffinierte Aufschläge mit danach zwei krachenden Rückhandtopspins bescherten der Weinheimerin unter dem tobenden Applaus der deutschen Delegation einen 4:3 Erfolg und den Einzug unter die besten 32 der Welt.

Mit der aus Thailand stammenden Tamolwan Khetkhuan bekam Luisa die Nummer 5 der Welt und das größte asiatische Talent vorgesetzt. Luisa spielte sensationelles Tischtennis und hielt bis zum 2:2 Satzausgleich super mit.
Ihre Gegnerin und deren Trainer machten nach dem Match das vielleicht größte Kompliment. Sie sagten, dass Luisa mit ihren weichen Topspins und dem geschicktem Tempowechsel immer sehr unangenehm zu spielen war und sie sehr froh über ihren knappen 4:2 Sieg wären.
Mit 7:11 und 9:11 verlor Luisa zwar das Spiel, aber sie konnte sehr stolz über das Erreichte sein.