16.2.2015
 
 

TTC kann es aus eigener Kraft schaffen

Weinheim. Eigentlich müsste der TTC 46 Weinheim in dieser Saison TDS heißen. Tischtennis, Dramatik, Spannung sind nämlich angesagt, wenn der Zweitbundesligist an die Platten geht.

Gestern mussten die Weinheimer ihr Heimspiel gegen Borussia Dortmund gewinnen, um im Kampf um den Ligaverbleib noch Chancen zu haben. Das taten die Bergsträßer auch, doch das 6:3 vor knapp 200 Zuschauern war hart erkämpft. Es war der erste Heimsieg des TTC 46 überhaupt. Und auch der schien nach einer klaren 5:1-Führung zwischenzeitlich noch in Gefahr.

"Wir können offenbar nur spannend. Schließlich sollen die Zuschauer auch auf ihre Kosten kommen", sagte ein erleichterter TTC-Trainer Rainer Schmidt und lachte. Dabei hätte alles schon ganz früh klar sein können, wenn auch das zweite Doppel Baum/Klein nach 7:1-Führung im fünften Satz noch gewonnen hätte. So machten es die Weinheimer nach der klaren 5:1-Führung aber noch einmal spannend.

Es war ein Nervenspiel, in dem der TTC einige Psychoschlachten verlor, letztlich aber doch die Big Points machte. Schade, dass das Robin Devos nicht gelang. Der am frühen Morgen als Finalteilnehmer von den Kuwait Open zurückgekehrte Belgier kämpfte sich gegen den mit allen mentalen Tricks und Verzögerungen aufwartenden 2,03 Meter großen Tischtennis-Riesen Erik Bottroff immer wieder ins Spiel zurück, siegte nach 8:10 im dritten Satz noch 14:16 und machte im vierten Durchgang aus dem 7:10 noch ein 15:13. Im Entscheidungssatz gab es dann aber keine Aufholjagd mehr und er unterlag 7:11. Ein TTC-Sieg in diesem Spiel voller Nickligkeiten wäre sicher der emotionale Höhepunkt gewesen.

Weil auch Jörg Schlichter den fünften Satz abgeben musste, kam es auf Björn Baum und den sehr starken Dennis Klein an. "Heute bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden", sagte der TTC-Youngster, der ebenfalls erst kurz zuvor von den Cech Open zurückgekehrt war und sowohl bei seinem starken Dreisatz-Auftritt gegen Björn Helbing als auch gegen Wencheng Qi trotz frühen Aufstehens hellwach war.

Dieser Erfolg zählte letztlich aber nicht, weil ihm Björn Baum zuvorkam. Weinheims Kapitän zeigte einmal mehr seine Kämpferqualitäten. Aus den letzten drei Spielen holte Baum 6:0 Punkte. Besser geht es nicht. Zunächst monierte er gegen Qi dessen falsche Haltung beim Anschlag und zog sich damit zwar den Unmut seines Gegners zu, machte aus dem 8:10-Rückstand im dritten Satz aber noch das 12:10 und letztlich einen Viersatz-Erfolg.

Seine gewohnten fünf Sätze brauchte Baum dann im Abschlussspiel gegen Björn Helbing, das vor allem durch lange Abwehrduelle begeisterte. "Mittlerweile können alle wieder punkten. Und mit dem zweiten Sieg hintereinander haben wir den Ligaverbleib immer noch in eigener Hand", freute sich Schmidt vor allem über den starken Auftritt Dennis Kleins, aber insgesamt über eine homogene Teamleistung und darüber, dass sich auch Robin Devos gegenüber der Vorrunde sichtbar gesteigert hat.

Ob der TTC - sollte er den rettenden achten Platz letztlich erreichen - in der 2. Liga bleiben kann, muss TTC-Vorstand Christian Säger allerdings noch auf den Prüfstand stellen. "Bis zum 15. März müssen wir gemeldet haben. Bis dahin muss sich auch zeigen, ob wir uns die 2. Liga wirtschaftlich leisten können", sagt er und hofft auf noch größere Unterstützung von Sponsoren. Für Zuschauer und Spieler wäre es jedenfalls sehr schade, wenn es den "TDS" in der 2. Liga nicht mehr gäbe. AT