23.Juli 2017
 
 

BaWü-Top-16-Rangliste der U18, 22./23.07.2017 in Viernheim
TTC 46 gleich dreifach in Baden-Württembergs Spitze

Den Abschluss eines weiteren, aus Sicht der Jugend des TTC 46 Weinheim sehr ereignisreichen Tischtennis-Jahres stellten am vergangenen Wochenende wie gewohnt die „Top 16“ dar, Baden-Württembergs höchste Nachwuchsranglisten, die in der Sporthalle der Viernheimer Alexander-von-Humboldt-Schule ausgetragen wurden. Der und die jeweils Beste der Jahrgänge U15 und U18 qualifizieren sich hier traditionell für die Top-48-Ranglisten des Deutschen Tischtennis-Bundes.

Mit dabei unter den wegen kurzfristiger Ausfälle nur 15 U18-Jungen waren gleich drei Talente der Weinheimer Innenstädter: Luca Hoffmann (16) war aufgrund seiner letztjährigen Ergebnisse bis hierher vornominiert worden, Daniel Berbner (17) hatte sich sein Ticket durch einen starken fünften Platz bei der baden-württembergischen Jahrgangsrangliste erspielt und Konrad Ell (15), der seine Teilnahme an ebendieser krankheitsbedingt hatte absagen müssen, profitierte als Nachrücker nun seinerseits von einer kurzfristigen Absage. Alle drei gestalteten ihren persönlichen Jahresabschluss positiv, wenn auch mit unterschiedlicher Ausbeute.

Daniel Berbner erwischte nach zuletzt starken Leistungen diesmal kein gutes Wochenende, konnte aber dennoch im vereinsinternen Duell mit Konrad Ell mit 3:1 die Oberhand behalten und hatte auch Hiller im Entscheidungssatz und am Rand einer Niederlage, ehe dieser noch triumphieren konnte. Am Ende stand Platz 15 zu Buche.

Überraschend stark für einen Nachrücker konnte sich hingegen Konrad Ell präsentieren, der erst am Samstagmorgen von seinem Startplatz erfahren hatte. Trotz der Kurzfristigkeit gelang es dem jungen Abwehrspieler, nach der Niederlage gegen Daniel in vier Sätzen Hiller und jeweils nach der vollen Distanz von fünf Sätzen Engelhardt, Stolz und Spitz zu besiegen. In den Spielen um die Plätze eins bis acht ließ er am Sonntag dann noch Raake und Hingar mit jeweils 3:0 hinter sich und konnte sich so schließlich über den tollen sechsten Platz freuen.

Fast schon Erfolgsdruck dürfte zur gleichen Zeit Luca Hoffmann als Vornominierter verspürt haben, der sich zudem selbst das Ziel der vorderen Ränge gesetzt hatte und dieses voll erfüllen konnte. Nach einer fast schon zu klaren Auftaktniederlage gegen Kouril sicherte er sich mit Siegen über Raake, Hingar, Do und Loges Gruppenrang zwei hinter Neumaier, dem er erst nach 8:11 im Entscheidungssatz gratulieren musste. Nach dem vereinsinternen Sieg gegen Konrad zum Auftakt am Sonntag wäre fast noch ein Stück mehr drin gewesen, als er auch an Engelhardt erst in Satz fünf scheiterte. So blieb es für Luca bei dem sehr guten fünften Platz.

Sebastian Kuhn

Größter Erfolg der noch jungen Karriere - Felicia Behringer gewinnt Bawü-TOP16
Lucia Behringer sammelt erste Erfahrungen – Große Schwester Felicia geht mit größtem Karriereerfolg in verdiente Sommerpause

Mit Lucia und Felicia Behringer qualifizierten sich in diesem Jahr gleich zwei Spielerinnen der Tischtennis-Schule Niklashausen, die auch in den Mannschaften des TTC 46 zum Einsatz kommen, für die höchste Ranglistenebene für Schülerinnen in Baden-Württemberg.

Während die Geschichte des auf Landesebene bedeutendsten Turniers der Altersklasse U15 im Falle der erst 10 Jahre jungen Lucia schnell erzählt ist – jüngste Teilnehmerin, den Möglichkeiten entsprechend gekämpft, wichtige Erfahrungen gesammelt und als 15. auch ein Spiel gewonnen – rechtfertigt die Leistung der vier Jahre älteren Schwester einige Worte mehr:

Der Druck auf die Dörlesberger Vorzeigespielerin war enorm in den vergangenen Wochen; seit drei Monaten ohne regelmäßige Wettkampfpraxis musste das Abwehrtalent zum Saisonabschluss unbedingt einen der ersten drei Plätze auf der höchsten baden-württembergischen Ranglistenebene erklimmen, um sich Hoffnungen auf die Qualifikation/Nominierung für die Bundesebene im Oktober machen zu können.

Die Ausgangslage war klar: Trotz toller Ergebnisse bei den nationalen Ranglisten und den deutschen Meisterschaften in der vergangenen Saison verpasste Felicia die Direktqualifikation knapp. Es musste also ein Top-Ergebnis in Baden-Württemberg her, um als Bundeskaderspielerin auch in der kommenden Saison auf nationaler Ebene zeigen zu können, was frau kann. Entsprechend konzentriert ging die 14-jährige Schülerin in den vergangenen Wochen daher sowohl im Training als auch in den beiden Vorbereitungsturnieren bei den Erwachsenen
(2. Platz in Baden, 12. Platz in Baden-Württemberg) zu Werke.

Bei drückend heißen Temperaturen begann der Saison-Showdown in Viernheim mit sieben Vorrundenspielen. Obwohl in der Vorrunde das für den Kreislauf des Vaters nicht zuträgliche Familienduell gegen die vier Jahre jüngere Schwester Lucia erspart blieb, startete Felicia dennoch mit einer verständlichen Nervosität ins Turnier. Ernsthaft in Bedrängnis kam die Badenligaspielerin an diesem Tag aber nur gegen Felicitas Reif vom VSV Büchig.

„Dass Feli als Abwehrspielerin den Mut hatte, bei 10:10 im fünften Satz gegen Felicitas mit zwei Angriffsbällen direkt die Entscheidung zu suchen, zeigt ihre tolle Entwicklung in den vergangenen Monaten,“ meinte ihr Betreuer nach dem Turnier zu dem für Felicia untypischen Spielende. „Vielleicht waren es genau diese beiden Bälle, die ihr das Selbstvertrauen für die weiteren Spiele in diesem schweren Wettbewerb gegeben hatten“.

Nach diesem Fünfsatzkrimi konnte am Samstag lediglich die Top-Gesetzte der Vorrunde mit Felicia mithalten. Doch mehr als einen Satzgewinn wollte Felicia ihrer Gegnerin Elena Hinterberger aus Hemsbach nicht zugestehen, so dass auch hier die Gratulation entgegengenommen werden durfte. Eine Bilanz von 7:0 Siegen und 21:3 Sätzen ließ bereits nach dem ersten Turniertag Hoffnungen aufkommen, dass sich hier etwas Großes entwickeln konnte.

Allerdings hatte es noch keines der Behringer-Kids in den vergangenen Jahren geschafft, über 2 Turniertage die für einen ganz großen Turniersieg nötige Konstanz aufzubauen und zu halten. Am ersten Tag top am zweiten Tag flop oder umgekehrt - irgendwas war immer; der für sie zuständige Landestrainer sprach bereits scherzhaft vom „Behringer-Fluch“.

Doch unter keinen Umständen wollte sich Felicia dieses Mal die „Butter vom Brot“ nehmen lassen. Zwei deutliche 3:0-Erfolge am Sonntagmorgen sorgten für deutliche Entspannung bei Spielerin und Betreuer. Die „Pflicht“, d.h. Platz unter den ersten Drei, war erreicht. Und die anschließende „Kür“ verdiente nichts anderes als die Bestnote.

Mit 3:1 ging auch das 3. Spiel der Endrunde gegen Turnierfavoritin, Lea Lachenmayer (TTC Frickenhausen) an die Dörlesbergerin, so dass es am Ende auf das „Finale“ gegen Freundin und Trainingspartnerin, Melissa Friedrich (TTG Neckarbischofsheim) hinauslief. Genau wie Felicia hatte sich Melissa in ihrer starken Vorrundengruppe als Erste durchgesetzt, und auch bis zum Finale leistete sie sich nur einen Ausrutscher gegen die spätere Drittplatzierte, Elena Hinterberger aus Hemsbach.

Melissa und Felicia spielen bereits seit 2012 auf höchstem BaWü-Niveau und kennen sich als beinahe tägliche Trainingspartnerinnen in- und auswendig. Die bisherige Bilanz von 8:8 spricht Bände darüber, wie oft die beiden bei den diversen Turnieren auf Landesebene aufeinandertreffen. Die letzte Begegnung anlässlich der Schüler-Landesmeisterschaften 2016 in Mosbach entschied die von Michael Frey glänzend betreute Melissa noch in sieben Sätzen für sich.

Doch an diesem Tag konnte auch Felicias „Angstgegnerin“ den größten Karriereerfolg der Defensivspielerin nicht verhindern. Verdientermaßen holte sich Felicia als erste weibliche Tischtennissportlerin des Bezirks Tauberbischofsheim mit zwei Spielen Vorsprung unangefochten den wichtigsten Ranglistensieg im „Ländle“. Der Satzgewinn beim 1:3 gegen Felicia reichte Melissa dennoch zum hochverdienten zweiten Platz im Endklassement.

11:0 Siege und 33:5 Sätze! So kann man schon mal in die Ferien gehen. Genieß sie, Felicia. Wir sind stolz auf dich!

Christian Behringer