19.Juli 2015
 
 

 

EM-Bronzemedaille als Krönung für Säger

Yuan Wan und Luisa Säger in Aktion ( Foto: Steinbrenner DTTB )

Bratislava. In der slowakischen Hauptstadt Bratislava fanden die diesjährigen Jugendeuropameisterschaften im Tischtennis statt. Nominiert war auch die deutsche Meisterin der U18-Mädchen Luisa Säger. Groß geworden beim TTC 46 Weinheim spielte Luisa letzte Saison für den Tischtennis-Zweitligisten NSU Neckarsulm und wird zur neuen Runde zur DJK Offenburg im vorderen Paarkreuz der 2. Bundesliga aufschlagen. Gemeinsam mit Yuan Wan holte sie im Mädchen-Doppel jetzt EM-Bronze.

Der deutsche Tischtennisbund war mit Mädchen-, Jungen- und den Schülerteams nach Bratislava angereist. Gespielt wurde in den Disziplinen Mannschaft, Einzel, Doppel und Mixed. Zehn harte Tage in der Slowakei standen an. Im Mannschaftswettbewerb belegte die Mädchenmannschaft einen neunten Platz im Abschlussklassement. Leider ging ein Zwischenrundenspiel unglücklich mit 1:3 gegen England verloren, sodass das Team um die Bundestrainerin Predel um die Plätze 9 bis 16 spielen musste. Dort aber gewann Deutschland gegen Ungarn, Bulgarien und Kroatien ohne Probleme.

Mammutprogramm für alle

Luisa Säger spielte dann in der Einzelkonkurrenz ein sensationelles Turnier. Einem glatten 4:0 gegen die Estin Hannsen folgte ein noch deutlicher 4:0-Erfolg gegen Nilsen aus Norwegen. Danach kam es zum Spiel gegen die Polin Bajor, aktuelle Nummer 4 der Europarangliste der Mädchen U18. Luisa gewann völlig überraschend die ersten drei Sätze mit druckvollen Vorhand- und vor allen Dingen Rückhandschlägen. Mit 10:12 ging der vierte Satz unglücklich verloren und auch den fünften Satz gewann Bajor 11:6. Luisa aber fing sich wieder und gewann den sechsten Satz und damit das gesamte Match mit 4:2.

Luisa Säger hatte damit schon die Runde der besten 16 Spielerinnen in Europa erreicht. Nun kam es zum Showdown gegen Lupu aus Rumänien, der aktuellen Nummer 12 der Rangliste. Luisa spielte weiter wie im Rausch und setzte die Vorgaben ihrer Trainerin perfekt um. Selbst durch einen Rückstand von 0:2 Sätzen ließ sie sich nicht aus dem Konzept bringen. Konsterniert musste Lupu mit Ansehen wie ihr Gegenüber immer besser und sicherer wurde und die nächsten vier Sätze gewann.

Viertelfinaleinzug größter Erfolg

Luisa (aktuelle Nummer 38 in Europa) stand damit sehr überraschend in ihrem ersten Jahr bei den Mädchen als 15-Jährige im Viertelfinale bei den U18-Europameisterschaften. Dort stand mit der 17-jährigen Französin Migot eine sehr routinierte Spielerin an der Platte. 11:7 und 11:9 gewann die junge Deutsche die ersten zwei Sätze. Auch im dritten Satz führte Luisa mit 10:8 und stand dicht vor einem Halbfinaleinzug. Zwei leichte Fehlerder Weinheimerin zum 10:10 brachten die erfahrene Migot aber wieder zurück in das Match. Luisa spielte nicht mehr so locker und verlor den Satz und das Match mit 2:4. Unter dem Strich stand aber mit dem Viertelfinaleinzug trotzdem der größte Erfolg in ihrer Karriere.

Nur kurze Zeit später aber wurde diese tolle Leistung noch übertroffen. Mit ihrer Doppelpartnerin Wan gewann Luisa gegen Slezakowa/Sevcikowa mit 3:1 und gegen das Duo aus Israel mit 3:0. Damit standen die deutschen Mädchen im Achtelfinale. Gegen die gesetzten Lupu/Clara aus Rumänien klappte alles, was man sich vorgenommen hatte und mit 11:8,11:6 und 11:5 „schoss“ man die beiden regelrecht vom Tisch.

Mit Lung/Loyen aus Belgien standen den Deutschen unter den letzten Acht zwei aggressive Angriffsspielerinnen gegenüber. In nur 15 Minuten gewannen Luisa und Yuan mit 11:7, 11:4 und nochmals 11:4. Die Bronzemedaille war gesichert und für beide ging ein Traum in Erfüllung. Das Halbfinale war dann noch Zugabe und gegen die Topfavoriten aus Russland hatten Luisa und Yuan nichts zu verlieren. Chernoray/Malanina waren an Nummer 1 gesetzt und klar favorisiert.

Doch wiederum legten Wan/Säger druckvoll los und beeindruckten die Russen mehr als einmal mit klug gespielten Schlägen. 11:7 und 11:4 lauteten die ersten beiden Sätze und unter dem Jubel der deutschen Delegation standen Säger/Wan dicht vor dem Finale. Leider kam dann ein wenig Pech dazu und auch der Kopf spielte nicht mehr so mit. Unglücklich mit 9:11 und 9:11 gingen Satz drei und vier verloren. Im fünften Satz war dann nichts mehr zu holen.

Auch im Mixedwettbewerb stand Luisa mit ihrem Partner Dennis Klein im Viertelfinale. Für die junge Weinheimerin standen zwei Viertelfinalteilnahmen sowie Bronze im Doppel zu Buche. cs