{"id":6299,"date":"2025-07-23T08:52:42","date_gmt":"2025-07-23T06:52:42","guid":{"rendered":"https:\/\/ttc1946weinheim.de\/?p=6299"},"modified":"2025-07-23T08:52:42","modified_gmt":"2025-07-23T06:52:42","slug":"interview-mit-christian-saeger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ttc1946weinheim.de\/?p=6299","title":{"rendered":"Interview mit Christian S\u00e4ger"},"content":{"rendered":"<p><strong><u>Christian S\u00e4ger: \u201eWir sind der verdiente Meister\u201c<\/u><\/strong><\/p>\n<p><em>Der TTC 1946 Weinheim hat den ersten deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte gewonnen. Im Interview erz\u00e4hlt Christian S\u00e4ger, Manager und Vorstandsvorsitzender des Vereins, wie sich die Mannschaft von der untersten Liga im Jahr 2011 bis zum Titel hochgek\u00e4mpft hat und inwiefern der Protest durch den ttc berlin eastside die Freude am erreichten Ziel geschm\u00e4lert hat. Tats\u00e4chlich hatte der Eklat wom\u00f6glich sogar noch sein Gutes, wie S\u00e4ger verr\u00e4t.<\/em><\/p>\n<p><strong>myTischtennis.de<\/strong>: <em>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zum ersten deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte f\u00fcr den TTC Weinheim. Was bedeutet er Ihnen pers\u00f6nlich, nachdem Sie \u00fcber so viele Jahre Ihr Herzblut in das Weinheimer Damen-Tischtennis gesteckt haben?<\/em><\/p>\n<p><strong>Christian S\u00e4ger<\/strong>: F\u00fcr mich pers\u00f6nlich bedeutet das sehr viel, weil ich wei\u00df, was dahintersteckt. 2009 hatten wir noch keine einzige weibliche Spielerin in der Halle, 2011 haben wir um meine Tochter, deren Talent der damalige Trainer erkannt hatte, eine Mannschaft aufgebaut und mussten in der untersten Klasse einsteigen. Das waren harte Zeiten. Von 2011 bis 2017 sind wir Jahr um Jahr nur aufgestiegen und haben uns bis in die zweite Liga gek\u00e4mpft. Da waren wir dann ein paar Jahre, bis die Infrastruktur und das Finanzielle so mitgewachsen sind, dass wir den Sprung nach ganz oben gewagt haben. Jetzt sind wir vier Jahre in der ersten Liga, im dritten Anlauf deutscher Meister. Das ist schon herausragend. Und ich sehe da nicht nur die erste Damen-Mannschaft, die nat\u00fcrlich das Aush\u00e4ngeschild ist, sondern wir haben auch noch eine zweite Damen-Mannschaft in der 3. Bundesliga und eine dritte in der Regionalliga &#8211; das ist eine tolle Entwicklung.<\/p>\n<p><strong>myTischtennis.de<\/strong>: <em>Sie sind Manager und 1. Vorstandsvorsitzender im Verein und machen das alles ehrenamtlich. Wie viel Arbeit bedeutet dieses Ehrenamt?<\/em><\/p>\n<p><strong>Christian S\u00e4ger<\/strong>: Es ist schon viel Arbeit. Wir sind ja ein kleiner Verein mit 160 Mitgliedern, der nur von Ehrenamtlern gef\u00fchrt wird. Und eine Bundesliga-Mannschaft zu haben, beschr\u00e4nkt sich ja nicht nur auf die Spiele. Das bedeutet auch eine Menge Organisation drumherum. Wann ist die Spielerin da, wo \u00fcbernachtet sie, wie lange ist sie hier? Zum Gl\u00fcck haben wir da einige Helfer, die die Spieltage mitorganisieren, aber ich verstehe auch Vereine, die sagen, man braucht eigentlich eine hauptamtliche Kraft, um das Ganze zu managen. Bei einem Fernsehauftritt wurde ich vor ein paar Tagen gefragt, ob ich mein Amt jetzt niederlege, da mit dem Titel der H\u00f6hepunkt erreicht ist und man ja eigentlich aufh\u00f6ren soll, wenn es am sch\u00f6nsten ist. Das stimmt schon, das hat meine Frau auch gesagt, aber jetzt machen wir mal noch weiter.<\/p>\n<p><strong>myTischtennis.de<\/strong>: <em>Der erste Titelgewinn wurde \u00fcberschattet vom Protest der Berliner F\u00fchrungsriege wegen zu hoher Temperaturen in der Halle. Wie bewerten Sie diese bislang noch nie dagewesene Situation mit etwas Abstand?<\/em><\/p>\n<p><strong>Christian S\u00e4ger<\/strong>: Ich m\u00f6chte da eigentlich keine Worte drauf verlieren, da muss sich jeder seine eigenen Gedanken zu machen. Aber ich frage mich schon, ob das der richtige Weg ist, wenn man die Damen-Bundesliga nach vorne bringen will &#8211; zumal ich zwei Wochen vor dem Finale noch von Berliner Seite angeschrieben worden bin, dass die Liga professioneller werden soll.<\/p>\n<p><strong>myTischtennis.de<\/strong>: <em>Hat es Ihre Meisterfeier ein wenig getr\u00fcbt, dass Sie kein richtiges R\u00fcckspiel hatten und die Frage im Raum stand, ob das Spiel wiederholt werden muss?<\/em><\/p>\n<p><strong>Christian S\u00e4ger<\/strong>: In den Regeln des Deutschen Tischtennis-Bunds gibt es keine Festlegung zur Maximaltemperatur &#8211; das wussten wir. Aber nat\u00fcrlich h\u00e4tten wir das Spiel lieber vor den 415 Zuschauern, was ein Saisonrekord war, zu Ende gespielt. Wir waren nach der Vor- und R\u00fcckrunde Erster, wir haben das Final-Hinspiel in Berlin gewonnen und lagen im R\u00fcckspiel mit 2:0 vorne. Wir sind der verdiente Meister.<\/p>\n<p><strong>myTischtennis.de<\/strong>: <em>Der Berliner Protest ist vorige Woche abgelehnt worden. Denken Sie, dass das Thema damit vom Tisch ist, oder rechnen Sie mit einem Einspruch durch Berlin?<\/em><\/p>\n<p><strong>Christian S\u00e4ger<\/strong>: Das kann ich nicht sagen. Aber eine zu hohe Temperatur in der Halle ist kein Einspruchsgrund. Vor zwei Jahren hat Berlin das Finale \u00fcbrigens bei denselben Temperaturen in unserer Halle gewonnen. Da haben wir mit W\u00fcrde verloren, waren froh \u00fcber die Vize-Meisterschaft und haben Berlin zum Titelgewinn gratuliert. Jetzt war es umgekehrt.<\/p>\n<p><strong>myTischtennis.de<\/strong>: <em>Finden Sie denn, dass die Regeln bez\u00fcglich der maximalen Temperatur angepasst werden sollten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Christian S\u00e4ger<\/strong>: Man kann nat\u00fcrlich alles anpassen. Aber letztlich sind wir ja nur sieben Mannschaften in der Liga und waren Ende M\u00e4rz mit der Saison fertig. Dass man dann erst im Juni die Play-offs spielt und fast drei Monate kein Spiel hat, da muss man sich fragen, ob das der Sinn der Sache ist. Aber der Spielleiter hat es schwer, WTT gibt die Turniere vor, dazwischen Termine zu finden, die f\u00fcr alle passen, ist nicht einfach. Und die Vereine sind das letzte Glied in der Kette.<\/p>\n<p><strong>myTischtennis.de<\/strong>: <em>Wie ist der Meistertitel in der Stadt Weinheim angekommen? Schlie\u00dflich sind Sie der erste Deutsche Mannschaftsmeister, den die Stadt hervorgebracht hat.<\/em><\/p>\n<p><strong>Christian S\u00e4ger<\/strong>: Am Montag nach dem Spiel war es leider nicht mehr m\u00f6glich, weil die Spielerinnen schon wieder in aller Herren L\u00e4nder unterwegs waren, aber wir d\u00fcrfen nun vor der neuen Saison auf den Rathausbalkon kommen und uns ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Wir sind hier gerade in aller Munde und durch den Protest sind auch einige Firmen auf uns aufmerksam geworden, mit denen ich nun Gespr\u00e4che f\u00fchre. Von daher bringt uns die ganze Geschichte, im Nachhinein betrachtet, vielleicht sogar ein St\u00fcck weiter.<\/p>\n<p><strong>myTischtennis.de<\/strong>: <em>Mit welchem neuen Ziel soll es denn nun bei Ihnen weitergehen? Der gro\u00dfe Traum Meisterschaft ist ja nun erst einmal erreicht.<\/em><\/p>\n<p><strong>Christian S\u00e4ger<\/strong>: Da in der neuen Saison nicht mehr die ersten sechs, sondern nur noch die ersten vier Mannschaften die Play-offs spielen, ist unser Ziel ganz klar, in die Play-offs zu kommen. Das klingt vielleicht bl\u00f6d, aber Kolbermoor hat aufger\u00fcstet, Berlin ist mit seiner normalen Mannschaft sehr stark und wir haben mit Ece Harac, die in der T\u00fcrkei ihr Studium beenden wird, leider eine gute Spielerin verloren. Daf\u00fcr haben wir mit Elisa Nguyen ein Talent aus Baden-W\u00fcrttemberg gewonnen, die wir in die Mannschaft einbauen wollen. Au\u00dferdem kommt die Ukrainerin Solomiya Brateyko neu dazu, die fr\u00fcher schon mal in Kolbermoor gespielt hat und jetzt l\u00e4nger im Ausland war.<\/p>\n<p><strong>myTischtennis.de<\/strong>: <em>Und die Champions League ist kein Thema?<\/em><\/p>\n<p><strong>Christian S\u00e4ger<\/strong>: In der n\u00e4chsten Saison nicht. Das h\u00e4ngt zum einen mit dem Geld zusammen, aber haupts\u00e4chlich mit der Halle und dem roten Boden. Wir werden zwar in der n\u00e4chsten Saison in einer anderen Halle spielen, aber auch da ist kein roter Boden drin. Das muss mitwachsen &#8211; so wie damals beim Aufstieg von der zweiten in die erste Liga.<\/p>\n<p><strong>myTischtennis.de<\/strong>: <em>Sie haben eben schon angesprochen, dass es in der n\u00e4chsten Saison eine Neuerung bez\u00fcglich der f\u00fcr die Play-offs qualifizierten Teams geben wird. Sehen Sie noch andere Dinge, die sich mal \u00e4ndern sollten, um die Damen-Bundesliga attraktiver zu machen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Christian S\u00e4ger<\/strong>: Es m\u00fcssen irgendwann wieder zehn Mannschaften in der Liga spielen. In diesem Jahr haben wir noch krampfhaft versucht, eine achte Mannschaft zu finden, aber der Weg zwischen der zweiten und der ersten Liga ist weit, wenn man nicht als Kanonenfutter enden will. Das wissen wir selbst gut. Viele Vereine w\u00fcrden es machen, aber es h\u00e4ngt dann am Geld. Das ist sehr schade, denn sieben Mannschaften sind einfach zu wenig. Wor\u00fcber sich auch alle Bundesligisten einig sind, ist, dass die Beachtung beim DTTB f\u00fcr die Damen-Bundesliga gesteigert werden muss. Damen-Fu\u00dfball ist zum Beispiel in den letzten zehn Jahren wesentlich mehr in den Blickwinkel aller Leute ger\u00fcckt. Im Tischtennis liegen die Damen, was die Aufmerksamkeit betrifft, immer noch weit hinter den Herren zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian S\u00e4ger: \u201eWir sind der verdiente Meister\u201c Der TTC 1946 Weinheim hat den ersten deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte gewonnen. 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