TTC 46 schreibt neues Erfolgskapitel

Der TTC 46 Weinheim erreichte erstmals das Finale um die Deutsche Pokalmeisterschaft. Das Bild zeigt TTC-Chef Christian Säger, die Spielerinnen Tung-Chuan Chien, Elisa Nguyen, Neuzugang Veronika Matiunina, Yuan Wan und Trainer Rainer Schmidt (von links) in der ausverkauften Halle in Kolbermoor.

 

Von Anja Treiber (WNOZ) Kolbermoor, 12.01.2026

Weinheim schafft in Kolbermoor erstmals den Finaleinzug im Pokalwettbewerb.
Da steht wieder ein bekannter Gegner im Weg.

Kolbermoor. Das letzte Aufeinandertreffen, zwischen dem TTC 46 Weinheim und dem ttc berlin eastside, in dem es um einen Titel ging, endete hitzig. In der Hitzeschlacht des vergangenen Juni brachen die Hauptstädter das Final-Rückspiel um die Deutsche Meisterschaft wegen unzumutbaren Bedingungen ab. Die Temperaturen in der Sporthalle des Werner Heisenberg-Gymnasiums waren jenseits der 30 Grad. Die Berliner Spielverweigerung brachte den TTC-Frauen, die bereits das Hinspiel für sich entschieden hatten und nach den Doppeln 2:0 in Weinheim führten, die Spielwertung und damit den historischen Gewinn der Deutschen Tischtennis-Mannschaftsmeisterschaft. Serienmeister Berlin wollte das nicht wahrhaben, ging rechtlich noch einmal durch alle Instanzen, doch es blieb dabei: Der TTC 46 Weinheim ist Deutscher Meister.

Gestern nun kam es in der Sporthalle im oberbayerischen Kolbermoor erneut zu einem Finale des amtierenden Meisters und Vizemeisters. Bei den Spielen um den Deutschen Tischtennis-Pokal hatte sich Weinheim, erstmals mit seinem ukrainischen Rückrunden-Neuzugang Veronika Matiunina, am Samstag durch zwei klare 3:0-Siege über Drittligist SV Friedrichsgabe und Ligakonkurrent TSV Dachau ins Final Four am Sonntagmorgen gespielt. Gegen Friedrichsgabe hatten Tung-Chuan Chien (3:1), Veronika Matiunina (3:0) und Elisa Nguyen (3:0) gewonnen. Gegen Dachau siegte Matiunina in vier, „Lois“ Chien in drei und Yuan Wan in fünf Sätzen.

Spannender wurde es dann im Halbfinale, wo der TTC 46 Weinheim auf den TSV Langstadt traf. Zunächst setzte sich Matiunina gegen Franziska Schreiner 3:1 durch, während die mit Armbandage spielende TTC-Kapitänin Yuan Wan Orawan Paranang in 1:3 Sätzen unterlag. Lois Chien sorgte für die erneute 2:1-Führung mit ihrem 3:1-Sieg gegen Chantal Mantz, dann jedoch musste sich Matiunina in 1:3 Sätzen Langstadts Paranang geschlagen geben. Das Schlussdoppel musste um den Finaleinzug entscheiden und hier ließen Wan/Chien gegen Schreiner/Lorena Morsch nichts anbrennen. Weinheim erreichte das Finale gegen den ttc berlin eastside, der seinerseits Gastgeber Kolbermoor im Schlussdoppel mit 3:2 bezwungen hatte. Als zehnfache Pokalsiegerinnen ging der ttc eastside als klarer Favorit ins Rennen und wurde der Favoritenrolle auch gerecht. Lediglich zwei Satzgewinne gelangen Weinheim bei der letztlich klaren 0:3-Niederlage.

Weinheims Lois Chien machte zum Auftakt gegen die Weltranglisten 56. Natalia Bajor aus dem 11:12 ein 13:12, um den ersten Satz doch noch 13:15 zu verlieren. Nach dem klaren 4:11 fand sie in Satz drei zum 11:3, aber am Ende stand doch die 5:11-Niederlage. Gegen Berlins bislang ungeschlagene Japanerin Yuka Kaneyoshi war auch Yuan Wan in Satz eins nah an einem Teilerfolg, unterlag aber nach Aufholjagd noch 9:11 und ließ dem nur noch ein 8:11 und 4:11 folgen. Und Veronika Matiunina gelang zwar ein 11:7-Satzerfolg gegen Nina Mittelham, danach war Weinheims Neue aber 7:11, 9:11, 5:11 unterlegen. Dieses Mal gab es gegen Berlin also kein hitziges Duell bei Minustemperaturen.

TTC-Trainer Rainer Schmidt zeigte sich dennoch zufrieden: „Der erstmalige Einzug ins Finale in einem tollen Turnier war gut und gibt uns Auftrieb für die Rückrunde, wo wir die Play-off-Plätze noch einmal angreifen wollen.“ Das sollte dem TTC gelingen, wenn Yuan Wan ihre n Sehnenanriss im Oberarm auskuriert hat und der Neuzugang Veronika Matiunina auch in der 1. Liga zu Bestform findet.