TTC 46 schafft kleines Wunder


Daria Trigolos sprang aufgrund vieler Verletzungen im Bundesliga-Team wieder für die erste Mannschaft des TTC 46 Weinheim ein und spielte, als wäre sie nie weggewesen.

Tischtennis: Weinheim zieht ins kaum mehr für möglich gehaltene Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft ein.

TTC 46 schafft kleines Wunder

Von Anja Treiber

Weil. Rainer Schmidt hatte darauf gehofft. So richtig daran geglaubt hatte der Trainer des TTC 46 Weinheim aber dann doch nicht. Gestern geschah das kleine Tischtennis-Wunder beim ESV Weil. Die ungünstige und eigentlich nur noch theoretisch machbare Ausgangskonstellation münzte der amtierende Deutsche Meister aus der Zwei-Burgen-Stadt doch noch in die umjubelte Wahrheit um: Mit dem eigenen 6:0-Sieg beim ESV Weil und der gleichzeitigen Niederlage der DJK Kolbermoor zogen Weinheims Tischtennis-Frauen erneut ins Halbfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft ein.

„Fairerweise muss man sagen, dass Kolbermoor mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Annett Kaufmann eine Unterschiedsspielerin fehlte. Aber trotzdem: Hier ein 6:0 auf die Platten zu zaubern mit einer Mannschaftsleistung, in der jede Spielerin geliefert hat, da muss man mehrfach den Hut ziehen“, jubelte Trainer Schmidt.

Am Freitag in Weinheim, 17.3., 19:30 h in der Heisenberghalle

Am Freitagabend empfangen die Weinheimerinnen als in der 1. Bundesliga letztlich Viertplatzierter nun den amtierenden Deutschen Vizemeister und Tabellenführer ttc berlin eastside im Heimspiel. „Wann und wo müssen wir erst noch klären. Das hat uns jetzt etwas kalt erwischt“, lachte TTC-Vorstand Christian Säger. „Ich habe ja schon viel gesehen, aber das ist jetzt wirklich eine Sensation.“ Bereits am Sonntag findet dann das Rückspiel in Berlin statt. Ein Entscheidungsspiel wird es nicht geben. Gewinnt jede Mannschafteine Partie, wird im Anschluss an die Begegnung in Berlin wieder das Golden Match ausgetragen, eine verkürzte Form der zuvor ausgetragenen Begegnungen, um den Finalisten zu ermitteln. Das zweite Halbfinale um die deutsche Meisterschaft tragen der TSV Langstadt und der TSV Dachau aus.

Am Sonntagnachmittag in Weil war Daria Trigolos wieder in den Kader der ersten Mannschaft gerückt. Die Zweitmannschaftsspielerin kommt kaum noch regelmäßig zum Trainieren, spielte gestern aber so, als wäre sie nie weggewesen. „Sie ist einfach immer da, wenn wir sie brauchen. Und dann liefert sie auch noch so ab“, freute sich Schmidt. Im Doppel mit Veronika Matiunina behielten die Weißrussin und die Ukrainerin die Nerven und siegten im fünften Satz mit 11:9. Gleiches galt für Seongjin Kim und Yuan Wan, die Weils Shootingstar Anna Hursey und Kernelja Riliskyste im Entscheidungssatz bezwangen. In den Einzeln gaben Wan und Kim dann keinen einzigen Satz mehr ab, Trigolos und Matiunina nur noch einen. „Gerade weil wir nicht mehr damit gerechnet haben, ist es jetzt umso schöner“, sagt Schmidt.