Niederlagen machen Mut

Damen des TTC 46 Weinheim verlieren in Langstadt und gegen Berlin

Niederlagen, die Mut machen

Ein großer kämpferischer Einsatz und nun auch Schiedsrichterdiskussion beim Tischtennis.

Am Samstag gastierte das Team des TTC 46 Weinheim zum letzten Mal beim TSV Langstadt im südöstlichen Zipfel von Hessen, da ja sich dieser Verein bekanntlich aus der Bundesliga zurückzieht. Die Mädels von Trainer Rainer Schmidt waren eigentlich auf gutem Weg zu einem Punktgewinn, bis der Tischschiedsrichter in der Begegnung Yuan Wan gegen Izabela Lupulesku unverständlicherweise zwei Aufschläge von Yuan als „falsch“ bewertete und damit die Weinheimerin völlig aus dem Konzept brachte. In der Folge ging das Match nahezu kampflos an die Langstädterin zum Ausgleich zum 4:4.
Dabei hatte alles so gut begonnen. Tung-Chuan Chien und Yuan Wan beherrschten ihre Gegnerinnen im Doppel klar und siegten 3:0, ebenso klar wie die Südhessen mit Orawan Paranang und Izabela Lupulesku gegen Matiunina/Nguyen triumphierten.
Gegen die Spitzenspielerin Paranang drehte Yuan das Spiel noch und siegte knapp 3:2, während „Lois“ Chien ihrer Gegnerin Lupulesku beim 3:0 keine Chance ließ. Gegen Franziska Schreiner hielt Elisa Nguyenrecht gut mit, hatte aber doch das Nachsehen in drei engen Sätzen. Veronika Matiunina hatte gegen Lorena Morsch keine Probleme und siegte klar zum 4:2 Zwischenstand.
Lois unterlag dann gegen Paranang ebenso deutlich, bis das Match von Yuan die seltsame Wendung nahm. Veronika konnte dann ihre Aufholjagd gegen Schreiner nicht erfolgreich beenden, und auch Elisa musste Morsch gratulieren, so dass das Quartett mit einem 4:6 die Heimreise antreten musste.

In diesem Jahr wirft der ttc berlin eastside alles in die Waagschale und beherrscht bisher die Liga unangefochten mit jetzt 22:0 Punkten. Auch mit großem Kampf konnten die Weinheimer Mädels den Hauptstädterinnen diesmal nicht die Punkte abknöpfen. Die Besetzung der Berliner mit Xiaona Shan, Natalia Bajor, Mia Griesel und Sabina Surjan zeigt den Respekt, mit dem sie zum aktuellen Deutschen Meister nach Weinheim gekommen sind.
Etwas unter ihren Möglichkeiten blieben diesmal die beiden Weinheimer Spitzenspielerinnen Yuan und Lois, die ihre gute Serie in den Doppeln gegen Shan/Griesel nicht fortsetzen konnten und 0:3 unterlagen. Überraschend stark die Leistung nebenan von Veronika und Elisa, die nur ganz knapp gegen Bajor/Surjan unterlagen. 0:2 also nach den Doppeln, eine zu große Hypothek für den weiteren Spielverlauf.

Lois verkürzte durch ihren 3:1-Erfolg gegen Natalia Bajor, als sie nach verlorenem ersten Satz sich besser auf ihre Gegnerin einstellen konnte und letztlich noch deutlich gewann.
Die Partie der Nationalmannschaftskolleginnen XioanaShan und Yuan Wan entwickelte sich zum Krimi, als Yuan zweimal den Satzausgleich herstellen konnte, letztlich aber doch 2:3 unterlag.

Veronika konnte sich den ersten Satz gegen Surjan sichern, musste dann aber deren Überlegenheit anerkennen. Elisa Nguyen gelang dann eine faustdicke Überraschung. Gegen Mia Griesel zeigte sie sich nervenstark schickte die Berlinerin mit 3:1 zurück in die Box.

Die mehrfache Deutsche Meisterin Xiaona Shan, die in der Saison zum ersten Mal zum Einsatz kam und somit für die Playoffs nicht startberechtigt ist, wurde gegen Weinheim aktiviert. Und dass die Penholder-Spielerin nicht wirklich etwas verlernt hat, zeigte sie beim 3:1-Sieg gegen Lois.
Den dritten Zähler für den TTC 46 erkämpfte sich Yuan Wan gegen die Polin Natalia Bajor, die unter den TOP 10 in Europa gelistet ist. Zwar in knappen Sätzen, aber mit 3:0 deutlich zeigte Yuan eine gute Form, die sie mit einer Jubelfaust feierte.
Leider gab es dann nichts mehr zu feiern. Matiunina unterlag gegen Mia Griesel mit 1:3, so dass die Niederlage gegen die Überflieger aus Berlin feststand.

Die Leistung des gesamten Teams macht Hoffnung, dass das angestrebte Saisonziel doch noch erreicht werden kann, wenn es gelingt, am kommenden Sonntag den SV DJK Kolbermoor im letzten Heimspiel zu besiegen – und natürlich die Punkte aus den beiden anderen Auswärtsspielen in Bingen und Weil mitzubringen. Die Form scheint zu stimmen, noch ist alles möglich.